Holzmarkt 2026: Rundholz wird knapp, die Preise ziehen an
Fichtenrundholz erreicht 130 bis 135 Euro pro Festmeter, der Einschlag sinkt. Was die angespannte Rohholzversorgung für Baukalkulationen 2026 bedeutet.
Der Holzmarkt startet mit ungewöhnlich hohen Preisen ins Jahr: Für Fichtenrundholz werden 130 bis 135 Euro pro Festmeter gezahlt, in vielen Regionen reicht die verfügbare Menge nicht für den Bedarf der Sägewerke. Das ist eine Nachricht mit zwei Gesichtern.
Die Meldung
Nach Berichten aus dem Forst- und Holzmarkt ist die Versorgung mit Fichten- und Kiefernrundholz zum Jahresbeginn 2026 angespannt. Für Fichte in Fixlängen der Güte B/C sowie Langholz der Güte B in der Stärkeklasse 2b+ werden aktuell 130 bis 133 Euro pro Festmeter gezahlt, teilweise bereits bis zu 135 Euro. Ursachen sind gesunkene Einschlagsmengen, eine hohe Nachfrage sowohl für Bau- als auch für Energieholz und Unsicherheit über künftige Umweltvorgaben. Nach den Rekordeinschlägen von über 80 Millionen Kubikmetern in den Jahren 2020 und 2021 lag die eingeschlagene Menge 2024 bei etwas mehr als 61 Millionen Kubikmetern, rund 13 Prozent unter dem Vorjahr, weil deutlich weniger Schadholz anfiel.
Die Zahlen
- Fichte, Fixlängen B/C bzw. Langholz B (2b+): 130–133 €/fm, regional bis 135 €/fm
- Einschlag 2024: gut 61 Mio. m³ (−13 % gegenüber 2023)
- Einschlag 2020/2021: jeweils über 80 Mio. m³
- Schadholzanteil 2024: rund 30 % unter dem Niveau von 2023
Unser Kommentar
Die Preisentwicklung ist die logische Folge einer guten Nachricht: Die Wälder haben weniger Schäden. Die Rekordmengen der Jahre 2020 und 2021 waren keine Ernte, sondern eine Notmaßnahme: Käferholz, Sturmholz, Dürreschäden. Dass 2024 nur noch gut 61 Millionen Kubikmeter eingeschlagen wurden, heißt: Der Wald erholt sich, und der Markt muss ohne das billige Schadholz auskommen, das die Sägewerke jahrelang gefüllt hat.
Für Bauherren heißt das zweierlei. Erstens: Der Rohholzpreis ist nicht der Bauteilpreis. Zwischen Festmeter im Wald und montiertem Holzbauelement liegen Einschnitt, Trocknung, Verleimung, Abbund, Transport und Montage. Rundholz macht nur einen Teil der Kosten aus. Ein Plus von zehn Prozent beim Rundholz schlägt nicht als zehn Prozent auf das Gebäude durch. Zweitens: Wer 2026 baut, sollte Preisgleitklauseln und Bindefristen in Angeboten genauer lesen als in den Jahren mit fallenden Preisen. Ein Angebot mit langer Bindefrist ist in einem anziehenden Markt eine echte Leistung des Anbieters, nicht eine Formalie.
Kommunale Vergabestellen sollten außerdem die Terminplanung mitdenken. Wenn Sägewerke ihre Bedarfe nicht vollständig decken können, verlängern sich Lieferzeiten für bestimmte Querschnitte und Güten. Bei Schul- oder Kitabauten mit fixem Bezugstermin zum Schuljahresbeginn ist das die relevantere Größe als der Preis: eine Verzögerung von sechs Wochen kostet mehr als ein Aufschlag von drei Prozent auf das Material. Die Antwort darauf ist Vorfertigung mit früher Werkstattplanung: Wer früh bestellt, bekommt früh.
Quellen: LAND & FORST: Holzmarkt 2026 · agrarheute: Holzpreise steigen 2026 steil an
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