Der Bundeswettbewerb HolzbauPlus hat mit 239 Einreichungen die höchste Beteiligung seit seinem Start 2012. Die Verteilung nach Bundesländern ist dabei aussagekräftiger als die Gesamtzahl.

Die Meldung

Für den 7. Bundeswettbewerb HolzbauPlus sind 239 Bewerbungen eingegangen, der höchste Wert seit Einführung des Wettbewerbs im Jahr 2012. Auf die Kategorie Klimafreundlicher Neubau entfielen 124 Einreichungen aus elf Bundesländern, auf Ländliche Baukultur 45 aus neun Bundesländern, auf den erstmals ausgeschriebenen Sonderpreis für kommunale Gebäude 36 aus sieben Bundesländern und auf Bauen im Bestand 34 aus elf Bundesländern. Regional konzentriert sich die Beteiligung stark: 171 Einreichungen, also über zwei Drittel, kamen aus Süddeutschland: 70 aus Baden-Württemberg, 62 aus Bayern. Nordrhein-Westfalen folgt mit 31, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kommen auf jeweils 3, Mecklenburg-Vorpommern auf 2, Hamburg auf 1. FNR-Geschäftsführer Dr.-Ing. Andreas Schütte wertete die Beteiligung als Zeichen dafür, dass Bauen mit klimafreundlichen Baustoffen an Akzeptanz gewinnt.

Die Zahlen

Kategorie Bewerbungen Bundesländer
Klimafreundlicher Neubau 124 11
Ländliche Baukultur 45 9
Sonderpreis kommunale Gebäude 36 7
Bauen im Bestand 34 11
Gesamt 239

Regional: Baden-Württemberg 70 · Bayern 62 · Nordrhein-Westfalen 31 · Niedersachsen und Sachsen-Anhalt je 3 · Mecklenburg-Vorpommern 2 · Hamburg 1

Unser Kommentar

Die 36 Einreichungen für den neuen Sonderpreis kommunale Gebäude sind die interessanteste Zahl. Sie stammen aus nur sieben Bundesländern: in mehr als der Hälfte der Länder hat also keine einzige Kommune ein Holzbauvorhaben eingereicht, das den Kriterien entsprochen hätte oder das man zeigen wollte. Das ist kein Beweis, dass dort nicht in Holz gebaut wird, aber ein Hinweis auf sehr unterschiedliche Kompetenzdichte im kommunalen Hochbau.

Noch deutlicher ist das Süd-Nord-Gefälle: 132 Einreichungen aus Baden-Württemberg und Bayern gegenüber 3 aus Niedersachsen und 1 aus Hamburg. Die verbreitete Erklärung, im Süden wachse mehr Wald, greift zu kurz. Der Holzbau ist keine regionale Rohstofffrage, sondern eine Frage von Ausbildung, Bauordnungspraxis, Förderprogrammen und Betrieben mit Erfahrung. Baden-Württemberg hat über Jahre eine Holzbauoffensive mit Förderlinien und Kompetenzaufbau betrieben, Bayern hatte bis vor kurzem ein eigenes Förderprogramm. Der Wettbewerb macht das Ergebnis dieser Politik sichtbar.

Für Kommunen in Ländern mit geringer Beteiligung ist das keine schlechte Nachricht, sondern eine Marktbeschreibung: Wer dort in Holz baut, findet weniger Routine im Umfeld und sollte den Kompetenzaufbau als Teil des Projekts einplanen: beim Planer, beim Prüfingenieur, im eigenen Amt. Wer erst einmal sehen will, wie andere es machen, wird beim Wettbewerb allerdings gut bedient: Genau das ist die Funktion solcher Formate.


Quellen: FNR/Holzbauinitiative: 239 Bewerbungen für HolzbauPlus

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