Der 7. Deutsche Holzbau Kongress in Berlin nimmt sich den urbanen Raum vor, und vergibt am selben Tag die Preise des Bundeswettbewerbs HolzbauPlus, erstmals mit einem Sonderpreis für kommunale Gebäude.

Die Meldung

Am 14. und 15. April 2026 findet in Berlin der 7. Deutsche Holzbau Kongress unter dem Leitthema „Holzbau im urbanen Raum“ statt. Im Rahmen des Kongresses werden die Preisträger des Bundeswettbewerbs HolzbauPlus 2025/26 geehrt. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 50.000 Euro Preisgeld dotiert und wurde in drei Kategorien ausgeschrieben (Bauen im Bestand, Klimafreundlicher Neubau und Ländliche Baukultur) ergänzt durch einen erstmals vergebenen Sonderpreis für kommunale Gebäude. Neu in dieser Runde war zudem, dass klimafreundliche Planung schon in frühen Entwurfsphasen bewertet wird, einschließlich Rückbaubarkeit, sortenrein trennbarer Konstruktionen und Lebenszyklusbetrachtung. Eingereicht werden konnten Objekte, die zwischen April 2022 und Oktober 2025 in Deutschland fertiggestellt wurden.

Die Zahlen

  • Kongresstermin: 14.–15. April 2026, Berlin
  • Leitthema: Holzbau im urbanen Raum
  • Preisgeld HolzbauPlus: 50.000 €
  • Kategorien: 3 plus Sonderpreis kommunale Gebäude
  • Eingereichte Bewerbungen: 239 – Rekord seit Wettbewerbsstart 2012
  • Neue Bewertungskriterien: Rückbaubarkeit, sortenreine Trennbarkeit, Lebenszyklus

Unser Kommentar

Die interessanteste Neuerung ist nicht der Sonderpreis, sondern das Bewertungskriterium. Dass klimafreundliche Planung „in frühen Entwurfsphasen“ bewertet wird, verschiebt den Maßstab von der Ausführung zur Entscheidung. Rückbaubarkeit lässt sich nicht nachträglich herstellen: Ob ein Bauteil am Ende der Nutzungsdauer sortenrein getrennt werden kann, entscheidet sich beim Verbindungsdetail: verschraubt oder verklebt, geschichtet oder verbunden. Wer im Wettbewerb punkten will, muss diese Frage im Vorentwurf beantworten.

Für Kommunen ist der Sonderpreis vor allem ein Kommunikationsinstrument. Ein Bundeswettbewerb, der kommunale Gebäude eigens auszeichnet, gibt Verwaltungen ein Argument gegenüber Gremien und Öffentlichkeit, und er macht sichtbar, dass Holzbau im öffentlichen Hochbau kein Experiment mehr ist. Dass 36 Einreichungen aus nur sieben Bundesländern kamen, zeigt allerdings auch, wie ungleich die Erfahrung verteilt ist.

Zum Leitthema „urbaner Raum“: Dort liegt die eigentliche Bewährungsprobe des Holzbaus. Im ländlichen Ein- und Zweifamilienhausbau ist er etabliert, in Industriehallen dominiert er bei Neubauten fast die Hälfte des Marktes. Im mehrgeschossigen innerstädtischen Wohnungsbau ist sein Anteil dagegen klein: dort treffen die anspruchsvollsten Brandschutz- und Schallschutzanforderungen auf die engsten Baustellen und die höchsten Grundstückskosten. Genau deshalb ist Nachverdichtung das Feld, auf dem sich entscheidet, ob die Holzbauquote weiter wächst oder auf einem Viertel stehen bleibt.


Quellen: FNR/Holzbauinitiative: 7. Holzbau Kongress 2026 · FNR: Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2025/26

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