Der vdp-Immobilienpreisindex zeigt für das erste Quartal 2026 ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bemerkenswerter als die Preise sind die Mieten: Sie steigen mit 3,0 Prozent deutlich schneller.

Die Meldung

Nach dem vdp-Immobilienpreisindex legten die Immobilienpreise in Deutschland im ersten Quartal 2026 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Wohnimmobilien verteuerten sich um 2,3 Prozent, Büroimmobilien um 1,9 Prozent und Einzelhandelsimmobilien um 1,5 Prozent. Die Neuvertragsmieten stiegen im gleichen Zeitraum um 3,0 Prozent. Zum Vergleich: Nach einem Plus von 1,8 Prozent im Gesamtjahr 2024 hatte die Preiszunahme 2025 vier Prozent betragen, getrieben insbesondere von Mehrfamilienhäusern mit einem Zuwachs von 5,3 Prozent im Jahresvergleich.

Die Zahlen

Segment Q1 2026 gegenüber Vorjahr
Immobilien gesamt +2,2 %
Wohnimmobilien +2,3 %
Büroimmobilien +1,9 %
Einzelhandelsimmobilien +1,5 %
Neuvertragsmieten +3,0 %
Vergleich Gesamtjahr 2025 +4,0 %

Unser Kommentar

Die interessante Zahl ist die Schere zwischen Mieten und Preisen. Wenn Mieten mit 3,0 Prozent schneller steigen als Kaufpreise mit 2,2 Prozent, verbessert sich rechnerisch die Anfangsrendite von Bestandsobjekten: der Markt preist also weiterhin ein höheres Zinsniveau ein, statt Mietsteigerungen sofort zu kapitalisieren. Für Käufer ist das die günstigere Konstellation, für Verkäufer die unangenehmere.

Zweitens die Verlangsamung: 2,2 Prozent im ersten Quartal nach 4,0 Prozent im Gesamtjahr 2025. Die Erholung geht weiter, aber gebremst. Das passt zum Zinsbild: der Sprung der Bauzinsen im März um rund 0,4 Prozentpunkte hat den Preisen die Luft genommen, die sie zu Jahresbeginn noch hatten. Wer Wertsteigerung in eine Kalkulation einstellt, sollte konservativ rechnen: Die Bewegung reicht derzeit nicht aus, um Fehleinschätzungen bei Baukosten aufzufangen.

Für Neubauprojekte ist die dritte Beobachtung die wichtigste. Bei einer Spitzenrendite von 3,58 Prozent im Wohnungsneubau und Baupreisen, die mit über drei Prozent jährlich steigen, entscheidet nicht die Marktentwicklung über die Tragfähigkeit eines Projekts, sondern die eigene Kostenseite. Mietsteigerungen von drei Prozent kompensieren Baupreissteigerungen von drei Prozent nur dann, wenn man rechtzeitig fertig wird, und die kommende Begrenzung der Indexmieten verengt genau diesen Ausgleichsmechanismus. Bauzeit ist damit die Variable, an der sich am meisten drehen lässt.


Quellen: vdpResearch: Immobilienpreise steigen zu Jahresbeginn 2026 weiter · vdp/vdpResearch: gemeinsame Pressemitteilung

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