Baupreise plus 5,0 Prozent: die Dynamik nimmt zu
Die Baupreise für Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahr, nach 3,3 Prozent im Februar. Der Rohbau verteuert sich mit 4,9 Prozent.
Die Baupreise für den Neubau von Wohngebäuden lagen im Mai um 5,0 Prozent über dem Vorjahresniveau: im Februar waren es 3,3 Prozent. Die Preisdynamik nimmt wieder zu, und zwar quer über die Gewerke.
Die Meldung
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber Mai 2025. Von Februar bis Mai 2026 legten die Baupreise um 2,4 Prozent zu. Rohbauarbeiten an Wohngebäuden verteuerten sich um 4,9 Prozent. Die Zahlen wurden vom Bundesamt als Korrekturmeldung veröffentlicht.
Die Zahlen
- Neubau Wohngebäude Mai 2026: +5,0 % gegenüber Vorjahr
- Vergleich Februar 2026: +3,3 %
- Anstieg Februar bis Mai: +2,4 % in drei Monaten
- Rohbauarbeiten: +4,9 %
- Auf Jahresrate hochgerechnete Dreimonatsdynamik: rund 10 %
Unser Kommentar
Die Beschleunigung ist der eigentliche Befund. Von 3,3 Prozent im Februar auf 5,0 Prozent im Mai, und der Dreimonatswert von 2,4 Prozent entspricht hochgerechnet einer Jahresrate um zehn Prozent. Das ist kein Krisenniveau wie 2022, aber es ist deutlich mehr als die allgemeine Inflation und mehr als die Mietentwicklung, die bei Neuvertragsmieten bei 3,0 Prozent liegt.
Für Kalkulationen bedeutet das: Eine Kostenschätzung, die älter als sechs Monate ist, liegt systematisch zu niedrig. Wer im Januar mit 3.500 Euro pro Quadratmeter gerechnet hat, sollte für eine Ausschreibung im Herbst mit einem Aufschlag arbeiten, nicht als Reserve, sondern als Erwartungswert. Bei Vorhaben mit politischer Beschlussfassung ist das besonders wichtig: Ein Gremienbeschluss über eine Kostenobergrenze, die auf veralteten Annahmen beruht, erzeugt später den Eindruck einer Kostensteigerung, die tatsächlich eine Preissteigerung im Markt war.
Dass der Rohbau mit 4,9 Prozent nahezu im Gesamtdurchschnitt liegt, verdient Beachtung. Im Februar war er mit 2,7 Prozent noch deutlich moderater als die Instandhaltung. Die Angleichung deutet darauf hin, dass die Preisbewegung breiter geworden ist: sie kommt nicht mehr nur aus lohnintensiven Gewerken, sondern auch aus Material und Kapazität. Für Holzbauvorhaben passt das zum Bild am Rohstoffmarkt: Rundholzpreise sind seit Jahresbeginn hoch, und die Verfügbarkeit ist regional angespannt.
Der Schluss ist derselbe wie in jeder Phase steigender Preise, nur mit mehr Nachdruck: Zeit ist die teuerste Variable. Bei fünf Prozent Preissteigerung kostet ein Jahr Verzögerung mehr, als sich in einem Vergabeverfahren üblicherweise herausholen lässt.
Quellen: Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude Mai 2026
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