Alle Landesprogramme auf einen Blick: neue Holzbau-Übersicht
Die Holzbauinitiative bündelt Initiativen, Cluster, Beiräte und Förderprogramme der Bundesländer in einer interaktiven Übersicht: die Fördermittelrecherche wird kürzer.
Die Holzbauinitiative des Bundes hat eine interaktive Übersicht veröffentlicht, die Initiativen, Cluster, Beiräte und Förderprogramme der Bundesländer bündelt. Klingt nach Verwaltung, spart aber genau die Stunden, die sonst in der Fördermittelrecherche verschwinden.
Die Meldung
Auf der Website der Holzbauinitiative sind die Holzbauaktivitäten der Bundesländer nun an einer Stelle zusammengefasst. Die Übersicht zeigt regionale Holzbauinitiativen, Förderprogramme und Netzwerke, Modellprojekte und Forschungsaktivitäten sowie die unterschiedlichen Schwerpunkte der einzelnen Länder. Ziel ist nach Angaben der Initiative, Transparenz zu schaffen, den Wissenstransfer zu erleichtern und den Austausch zwischen den Ländern zu unterstützen.
Die Zahlen
- Abgedeckte Ebenen: Initiativen, Cluster, Beiräte, Förderprogramme, Modellprojekte, Forschung
- Zugang: frei zugänglich, interaktiv
- Spannweite der Landesergebnisse: Holzbauquote 34,3 % (Baden-Württemberg) bis unter 15 % in mehreren Ländern
- Beispiel Landesförderung: Holz Innovativ Programm Baden-Württemberg mit über 100 geförderten Projekten
- Gegenbeispiel: BayFHolz – 487 bewilligte Vorhaben, 55,1 Mio. €, seit 02.03.2026 keine Neuanträge
Unser Kommentar
Der Nutzen liegt in einem unspektakulären Umstand: Landesförderung ist in Deutschland schlecht auffindbar. Programme heißen unterschiedlich, sitzen bei verschiedenen Ministerien, mal Bau, mal Landwirtschaft, mal Wirtschaft, laufen unterschiedlich lange und werden selten prominent kommuniziert. Wer als Kommune oder Bauherr prüfen will, was im eigenen Bundesland verfügbar ist, verbringt damit erfahrungsgemäß einen halben Tag. Diese Zeit spart die Übersicht.
Der zweite, weniger offensichtliche Wert ist der Vergleich. Wer sieht, dass Nachbarländer Beiräte, Cluster und Förderlinien betreiben, hat ein Argument gegenüber der eigenen Landespolitik. Die Unterschiede sind erheblich und wirken sich messbar aus: Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Bundesland liegen bei der Holzbauquote mehr als zehn Prozentpunkte, und beim Bundeswettbewerb HolzbauPlus kamen über zwei Drittel der Einreichungen aus dem Süden. Das ist kein Rohstoff-, sondern ein Politikergebnis.
Eine Warnung gehört dazu: Eine Übersicht ist eine Momentaufnahme. Wie schnell sich die Lage ändert, hat Bayern im März gezeigt: ein Programm, das formal bis Jahresende lief, nahm ohne Ankündigung keine Neuanträge mehr an. Wer ein Vorhaben kalkuliert, sollte den Programmstand deshalb immer direkt bei der zuständigen Stelle bestätigen lassen und nicht auf eine Übersichtsseite vertrauen, so gut sie gepflegt sein mag. Und: Förderung gehört als Chance in die Kalkulation, nicht als Sockel. Ein Projekt, das nur mit Zuschuss trägt, ist kein Projekt.
Quellen: FNR/Holzbauinitiative: Holzbauaktivitäten der Bundesländer auf einen Blick · Übersicht: Initiativen in den Ländern
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